1. Marktplatz in Offenbach

Einen lebendigen Eindruck vom 1. Offenbacher Marktplatz für Unternehmen und Gemeinwohlorganisationen liefert der Film von Jörg Dittmar, _your film in asia_, und Thomas Tessun - TTvideo. Zum Starten bitte den Pfeil anklicken.


91 Vereinbarungen im Wert von 81.400 Euro beim Marktplatz für Unternehmen und Gemeinnützige in Offenbach

Offenbach, 12. Juni 2008 – „Auf diesem Markt gibt es nur Gewinner“, stellte Moderator Lothar Mark fest, als er die Ergebnisse des ersten „Parketthandels“ zwischen 37 Unternehmen und 34 gemeinnützigen Organisationen aus Stadt und Kreis Offenbach bekannt gab. Unter dem Motto „Gute Geschäfte“ trafen sich rund 100 Menschen am 12. Juni im großen Saal der IHK Offenbach. Eröffnet wurde der Handel vom Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider und Eva Dude, Hauptgeschäftsführerin der IHK Offenbach.
Die Gemeinnützigen präsentierten ihre Anliegen und Unterstützungswünsche kreativ und originell verpackt. Auf dem etwas anderen Börsenparkett ging es darum, passende Partner dafür zu finden. Als nach knapp zwei Stunden der Schlussgong ertönte, waren Vereinbarungen im Wert von rund 81.000 Euro ausgehandelt worden. Nicht mitgerechnet zahlreiche nachbörsliche Kontakte, die noch in den nächsten Tagen und Wochen zu weiteren Vereinbarungen führen können.

Viele Wünsche gingen in Erfüllung

„Die Marktplatzidee ist eine ganz tolle Sache“, freuten sich Martina Schmidt und Bettina Justus, die für den Handballverein HSG Obertshausen/Heusenstamm um Unterstützung geworben hatten. „Wir haben sieben schriftliche und diverse informelle Vereinbarungen getroffen, das hätten wir nicht zu träumen gewagt“, berichtet Bettina Justus. Die HSG hat jemanden gefunden, der ihre Saisonzeitung druckt, bekommt unter anderem ein neues Logo, Praktikumsplätze für Jugendliche, ein Teamcoaching für den Vorstand und ein Dankeschön-Essen für ihre ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

Die Wünsche der gemeinnützigen Organisationen reichten vom Austauschen des Spielsandes auf einem Spielplatz über die Gestaltung oder Einrichtung von Internetseiten, die Unterstützung bei einer Veranstaltung oder Aufträge für Mitarbeiter einer Behindertenwerkstatt bis zum Transport von Kindern zu Sportveranstaltungen. So ausgefallen manche Projekte auch waren, es fanden sich schließlich 91-mal an diesem Tag Vertragspartner zusammen. „Wir sind mehr als zufrieden und auch stolz, in so kurzer Zeit so positive Ergebnisse erzielt zu haben“, sagte Sigrid Jacob, Leiterin des Feiwilligenzentrums Offenbach e.V., das die Veranstaltung federführend organisiert hatte. Weitere Mitstreiter in der Projektgruppe „Gute Geschäfte – Marktplatz für Unternehmen und Gemeinnützige“ waren die Ehrenamtsagentur des Kreises Offenbach, Profund e.V. – Gemeinnützige Unternehmensberatung, das Seniorenbüro Winkelsmühle, das Diakonische Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau, die Alfred Clouth Lackfabrik GmbH & Co. KG, die Siemens AG Energy Sector Standort Offenbach und der Paritätische Wohlfahrtsverband Stadt und Kreis Offenbach.

Neues Selbstverständnis für den Engagementhandel
Viele der Marktplatzteilnehmer hatten sich in Workshops auf den etwas anderen Parketthandel vorbereitet. Beide Seiten - gemeinnützige Organisationen und Unternehmen – waren aufgefordert, gewohnte Denkmuster abzulegen, um erfolgreich zu sein. Beim Marktplatz für Engagement wurden ausschließlich konkrete Leistungen angeboten oder nachgefragt. Die Handelspartner begegneten sich dabei auf Augenhöhe, denn die Gemeinnützigen waren nicht Bittsteller, sondern hatten ihrerseits ebenfalls einiges zu bieten. „Ich werde die SG Götzenhain beraten, wie sie ihren Internetauftritt zeitgemäß strukturieren und aktuell halten können“, berichtet Rafael Bujotzek, Inhaber von glisco internet services. „Dafür bekomme ich Kontakte zu über hundert Vereinsmitgliedern, die mich künftig in Sachen Internet und Online-Kommunikation weiterempfehlen werden. Das ist für mich ein handfester Mehrwert. Deshalb musste ich nicht lange überlegen, ob ich die ca. 50 Stunden für die Internetpräsenz des Vereins investiere“, erklärt er.

Berechnungsformel für Engagement
Alle Vereinbarungen wurden schriftlich festgehalten und mit einem Geldwert taxiert. Tätigkeiten, wie beispielsweise die Übernahme von Renovierungsarbeiten durch Mitarbeiter einer Bank, wurden mit 20 Euro beziffert, während qualifizierte Dienst- oder Beratungsleistungen (Öffentlichkeitsarbeit, Finanzplanung, etc.) mit 60 Euro berechnet wurden. „Wir wollen mit dieser neuen Methode sowohl kurzfristiges und einmaliges Engagement vermitteln als auch Grundlagen für langfristige Partnerschaften aufbauen“, äußerte sich Sybille Stallmann-Beseler vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, zu den Zielen der Projektgruppe. „Für uns war es ein spannendes Experiment, die verschiedenen Akteure zusammen und in ganz kurzer Zeit miteinander ins Geschäft zu bringen“, erläuterte Klaus Gehret, von der Firma Alfred Clouth, Lackfabriken GmbH & Co. KG.

Anstoß kam von der Bertelsmann Stiftung
Die Marktplatzmethode zur Anbahnung von sozialen Partnerschaften wurde in den Niederlanden unter dem Titel „Beursvloor“ entwickelt und von der Bertelsmann-Stiftung für Deutschland adaptiert. Finanzielle und logistische Unterstützung bekam die Offenbacher Projektgruppe von der IHK Offenbach, der Siemens AG, AirPlus, der Deutschen Bank, der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH, der Hessischen Staatskanzlei im Rahmen der Kampagne „Engagiertes Unternehmen – Impulse für Hessen“, dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft ( BVMW) und den Wirtschaftsjunioren Offenbach. Schirmherren waren der Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider und der Landrat des Landkreises Offenbach, Peter Walter.


Wenn alle profitieren, machen Geschäftsverhandlungen Spaß!


Oberbürgermeister Schneider, gemeinsam mit Landrat Peter Walter Schirmherr des 1. Offenbacher Marktplatzes, begrüßte die rund hundert Handelspartner.


Die Gemeinnützigen machten fantasievoll auf Ihre Wünsche aufmerksam.


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Pressekontakt:
Sigrid Jacob, Freiwilligenzentrum Offenbach e. V.
Tel.: 069 82367039, E-Mail: sigrid.jacob@fzof.de